Aktuell


23. Februar 2014: Zurück ...

Wer hätte das gedacht!? Wir sind zurück ... und schon wieder mitten drin: seit zwei Wochen sind wir in Deutschland und bereits voll in das "normale" Leben integriert. Wir haben innerhalb von Tagen neue Arbeitsstellen gesucht, gefunden und bereits sogar angetreten. Freunde haben uns übergangsmäßig eine Wohnung in Berlin zur Verfügung gestellt und wir konnten schon unser Möbellager im Rheinland auflösen. So zügig und komplett reibungslos haben wir uns die Rückkehr nicht vorgestellt.

Waren wir vielleicht nie weg ...?








7. Februar: Ein Traum geht zu Ende

Wir liegen mit unserer Miepke im geschützten Hafenbecken des Real Club Nautico Vigo - unmittelbar vor einem großen Shopping-Center und ganz nahe zur malerischen Altstadt. Hier haben wir bereits damals aufgrund der verlorenen Schiffsschraube etwas Zeit verbracht. Und hier soll sich der Kreis auch schließen: wir lassen unser treues Schiff in der Obhut des Clubs und kehren per Flugzeug nach Deutschland zurück. Bereits seit zwei Wochen jagt ein Tief das nächste durch die Biskaya. Und ein Ende ist nicht abzusehen. Gestern wurden in Galizien Windgeschwindigkeiten bis 150 KmH gemessen, und für Samstag sind die nächsten Orkanböen gemeldet.

Wir wollen nicht warten, bis endlich in vielleicht erst Monaten eine Beruhigung eintritt und wir die Weiterfahrt getrost und ohne zu hohe Risiken antreten können. Die Welt haben wir bereits umrundet und es ist eine schöne Perspektive, eine "Ferienwohnung" direkt im Herzen von Vigo zu haben. Wir packen die wichtigsten Sachen und bereiten das Boot auf unsere Abwesenheit vor. Es ist bereits ein Art Abschied. Ein Traum geht zu Ende.






28.-30. Januar: Von Vigo aus durch Galizien

Die aalglatten Stege und der unangenehme Schwell treiben uns von Baiona weiter in die Bucht von Vigo, wo wir in der zentral gelegenen und gut geschützten Marina des Real Club Nautico festmachen. An eine Weiterfahrt ist erst einmal nicht zu denken, da derzeit ein Tief nach dem anderen durch die Biskaya zieht.
 

Wir mieten ein Auto und nutzen die Zwangspause für eine Rundfahrt durch Galizien, auf der wir Finisterra, La Corunha, Lugo, Jacobsweg und Santiago de Compostela besuchen.
 








26. Januar: Baiona, Spanien

Von Peniche nach Baiona geht es steil bergauf, d.h. wir müssen genau gegen den Wind ankreuzen. Der Winter macht sich zunehmend bemerkbar und eine feuchte Kälte zieht durch das Boot. Zum Glück nimmt uns unser treue Autopilot die Last des Steuerns im strengen Gegenwind ab.


 



18.-23. Januar: Zum europäischen Festland

Eineinhalb Tage sind wir auf Porto Santos eingeweht, bevor wir morgens den Anker heben und bei noch sieben Windstärken die schützende Bucht verlassen. Für die Überfahrt nach Portugal meldet der Wetterdienst noch Wellen bis zehn Meter Höhe - und behält Recht damit. Die viertägige Überfahrt wird schnell ... aber nicht schön. Eine nicht endende Karusellfahrt. Und wir müssen uns beeilen, da die nächste Front mit Nordwind im Anmarsch ist. Wir erzielen Rekord-Etmale, nur um drei Stunden vor Peniche doch noch in starken Nordwind zu geraten. Aber wir gewinnen den Hafen und machen erleichtert am erstbesten Schwimmsteg fest. In Peniche lernen wir, dass der schwere Dezembersturm, der uns damals auf El Hierro das Boot geputzt hat, nicht nur die Häfen auf Madeira, sondern entlang der gesamten portugisischen Küste verwüstet hat. In Peniche sind viele Stege zerstört, unzählige Boote gesunken, Strom und Wasser ausgefallen. Hier wollen wir nicht lange bleiben.
 
 







16. Januar: Porto Santos

Von Madeira ist es nur ein abendlicher Katzensprung nach Porto Santos. Leider bleibt uns nur Zeit für einen kurzen Landgang, bevor ein Sturm über die Insel hinweg zieht und unsere Miepke am Ankerplatz von heftigen Fallböen heimgesucht wird.



 


10.-14. Januar: Madeira

Die Überfahrt nach Madeira beginnt mit stürmischen Rückenwind, der nach vierundzwanzig Stunden in den gewohnten Passatwind von vorne übergeht. Der Ritt über zum Teil riesige Atlantikwellen wird nicht als der bequemste in unserer Erinnerung bleiben.

Wir laufen abends in den Hafen von Funchal ein und werden leider prompt in die nächste Marina weiter geschickt, da die schweren Schäden vom letzten Sturm noch nicht repariert und die wenigen noch intakten Stege heillos überfüllt sind. In den frühen Morgenstunden erreichen wir die Marina Quinta do Lorde im Osten von Madeira. Auch hier sind die Sturmschäden unübersehbar und viele Boote warten auf umfangreiche Reparaturen im Trockendock. Es ist schwer vorstellbar, dass die haushohen Betonmolen doch nicht immer genügend Schutz vor Wind und Wellen bieten.

Auf Madeira treffen wir die Eltern von Andreas und erkunden gemeinsam per Auto die Küstenstraßen und tiefen Täler im Inland.






 




03-05. Januar: La Graciosa

An der Küste von Lanzarote entlang geht es nach La Graciosa, der nördlichsten der Kanarischen Inseln. An Bord Christiane und Achim aus Berlin und Roland aus Innsbruck. La Graciosa bildet ein Naturschutzgebiet und wir mussten vorab eine Anfahrtsgenehmigung beantragen. Wir liegen zwei Nächte in der verschlafenen, kleinen Marina und wandern rund um die Insel zu den einsamen Stränden und Klippen der Wetterseite der Insel. Auf La Graciosa gibt es weder Quellen noch Brunnen und früher mussten die Fischer das Wasser in Eimern über die Meerenge von Lanzarote herüberfahren.







01
. Januar
: Lanzarote - Neujahr










29. Dezember: Fuerteventura - Zwischenstopp






24. Dezember: Gran Canaria - Weihnachten





14. Dezember: Eimerweise Muscheln

14. Dezember: Eimerweise Muscheln

Nach d
er langen Zeit auf See ist unser Unterwasserschiff überwuchert mit Muscheln. Kein Wunder, dass wir in den letzten Tagen der Fahrt immer langsamer vorankamen. Fingerdicke Entenmuscheln bedecken den Rumpf, Kiel und Ruder. Drei Tage kämpfen wir mit Schnorchel und Spachtel gegen die ungebetenen Gäste. Zu jedem Anlauf versammeln sich alle Fische des Hafens, um die ungewohnte und reiche Fütterung mitzuerleben. Aber da unser Antifouling-Anstrich überhaupt keine Wirkung mehr zeigt, beschließen wir, unser Schiff noch einmal auszukranen. An Land entfernen wir noch einmal mehrere Eimer voll Muscheln. Anschließend schleifen wir zwei Tage lang die Kalkreste ab. An Nervenkitzel ist dabei kein Mangel, da das Boot mit sehr zweifelhaften - da stark verrosteten - Stützen gehalten wird und ein böiger Wind von den Hügeln herabweht. An Schlaf im aufgebockten Schiff ist leider kaum zu denken. Umso schneller erledigen wir den Anstrich mit frischem Antifouling, um schnell wieder ins Wasser zu kommen.






09. Dezember: Inselleben auf El Hierro

In dem beschaulichen Ort La Restinga auf El Hierro erholen wir uns schnell von der langen Fahrt. Am Folgetag unserer Ankunft geht über der Insel ein Jahrzehnt-Regen nieder, der uns passend die Salzkruste von Deck und Rigg wäscht.

Die Insel hat ihren ganz eigenen Reiz. Das dunkle Vulkangestein dominiert die Landschaft und gibt dem hiesigen Wein eine besondere Note.










01. Dezember: Landfall auf El Hierro

Mit viel Glück erreichen wir nach nur einem Monat auf See die Kanarischen Inseln. Unsere vierte und letzte Äquatorüberquerung verlief vergleichsweise gut mit nicht zu vielen Tagen in Flauten und Gewitterschauern. Auf 8° nördlicher Breite erreichen wir bereits den Nordost-Passat. Er bringt viel Wind und Welle von vorne und wir müssen anderthalb Wochen lang gegenanstampfen. Alles liegt auf der Seite und mehrmals pro Minute wird das Schiff durch die anrollenden Wellen angehoben und fällt mit lautem Krachen in die nachfolgenden Wellentäler. Die Ausdauer von Material und Crew wird wieder strapaziert

Aber fünf Hundert Meilen vor dem Ziel hat Neptun ein Einsehen und schickt uns einen zwar schwachen, aber achterlichen Wind, der uns bis zum Landfall auf El Hierro begleitet.










25. November: Wir haben die Welt umsegelt!

Heute, am 25. November, gegen Mittagt kreuzen wir rund 180 Seemeilen nördlich der Kapverden unser eigenes Kielwasser. Genau an dieser Stelle im weiten Atlantik kamen wir vor zwei Jahren und zehn Monaten auf unserer Fahrt von den Kanaren zu den Kapverden schon einmal vorbei. Damit haben wir die Welt in unserer Miepke II umsegelt! Wir haben bereits über 38.000 Seemeilen zurückgelegt - fast den zweifachen Erdumfang. Die beiden großen Kaps der Südhalbkugel liegen hinter uns, viermal haben wir den Äquator überquert, einmal einen Super-Taifun erlebt, zweimal unsere Schiffsschraube abgeschüttelt, 33 Länder besucht und unzählige Freunde gewonnen. Vom gerammten arktischen Südkaper bis zum gestreichelten afrikanischen Löwen haben wir viele exotische Tiere aus nächster Nähe erlebt. Wir sind mit gewaltigen Mantarochen getaucht, vor philippinischen Krokodilen geflüchtet und wurden von neugierigen chilenischen Seelöwen geküsst.

50.000 Fotos und noch mehr Bilder in unserem Gedächnis zeugen von dieser abenteuerlichen Reise.






30. Oktober: Zwischenstopp auf St. Helena

Eine windige und schnelle Fahrt bringt uns nach St Helena. Die Insel war schon immer ein wichtiger Anlaufpunkt der Schiffe auf dem Weg nach Europa. Bis heute ist der Wasserweg der einzige nach St Helena. Vierzehntägig besucht sie das Versorgungsschiff aus Kapstadt, mit dem wir zufällig am gleichen Tag in der Bucht von Jamestown vor Anker gehen. Allerdings kommen wir bereits vor Sonnenaufgang an und müssen uns in rabenschwarzer Nacht mit Radar und Taschenlampe langsam an die Steilküste herantasten. Die kleine Stadt liegt gut geschützt in einem engen Tal und die alten Geschützbatterien überschauen von den hohen Klippen die Bucht.

Zum Anlass des "Besuches" von Napoleon wurden damals 2000 zusätzliche Soldaten auf der Insel stationiert. Wir besuchen die letzten Wohnorte des prominenten Gefangenen.

Nach drei Tagen haben wir ein wenig von der Insel gesehen, mindestens jeden dritten Einwohner getroffen, die Jakobsleiter erklimmt, unsere Wasservorräte aufgefüllt, unser defektes Pendelruder geflickt und eine Zahnfüllung erneuert.

Am 2. November setzen wir wieder Segel und beginnen die lange Fahrt nach Norden.







16. Oktober: ...a Heutet!


16. Oktober: Abschied von Südafrika

Heute geht es in den grau-grünen Atlantik hinaus. Bis nach St. Helena sind es 1700 Seemeilen, die wir hoffentlich zügig bewältigen werden. Die Ausklarierung aus Kapstadt war etwas aufwendig, da wir mit unserer Yacht wie ein kommerzielles Schiff behandelt werden. So mussten wir beispielsweise angeben, wie viele Crew-Mitglieder in Kapstadt desertiert haben und wie viele wir im Krankenhaus zurücklassen.

Aus Südafrika nehmen wir ungezählte schöne Eindrücke und Momente mit. Das Land und seine Menschen hat uns begeistert!



15. Oktober: Izulu Orphan Projects

Nach dem herzlichen Willkommen, das wir überall in Südafrika erfahren haben, sind wir froh, auch etwas zurückgeben zu können. Wir haben im Zululand Kate Bain kennengelernt, die mit ihren Izulu Orphan Projects mittlerweile über 1500 Waisenkinder unter ihre Fittiche genommen hat (www.izuluorphanprojects.co.za). Sie organisiert die Unterbringung in Gastfamilien, Essensversorgung und natürlich die Schulausbildung, ohne die die vielen
Aidswaisen kaum eine Zukunft hätten.

Wir haben die baldige Weihnachtsfeier der Waisenkinder bereits mit zwei großen Säcken voll Spielzeug und Stofftieren aus unserem Familienkreis unterstützt. Darüber hinaus sind wir stolz, ihre Projekte mit Geldern des Vereins The Right to Water e.V.
im Namen aller Mitglieder fördern zu können.

Wir wünschen ihr weiterhin viel Kraft und Initiative und bedanken uns sehr herzlich bei unseren Spendern, die uns das ermöglichen.
 




2.-14. Oktober: Kapstadt

In Kapstadt besucht uns mein Bruder Christian und gemeinsam geht es auf Erkundung.







1. Oktober: Vor dem Kap der Guten Hoffnung

Zwei Stunden vor Sonnenaufgang stehen wir vor dem Kap der Guten Hoffnung. Wir "stehen" nicht nur in der nautischen Sprache, sondern im wahrsten Sinne des Wortes: kein Lüftchen regt sich und das Meer ist ruhig. Wir fahren nahe bis in die Kelpfelder an das berühmt-berüchtigte Kap heran und lassen es uns nicht nehmen, hier auf das erste Licht zu warten. Mit Anbruch des Tages baut sich das Kliff immer höher vor uns auf. Das zweite große Kap der Südhalbkugel ist umrundet. Jetzt fahren wir nach Hause :-)
 





30. September: Rund Afrika!

Der lang ersehnte Ostwind findet sich endlich ein und bläst uns um das Kap Agulha herum. Der Ostwind alleine gäbe bereits Anlass zum feiern. Hier, am südlichsten Punkt von Afrika, dem zweit-südlichsten unserer Reise, am Treffpunkt vom atlantischen und indischen Ozean, feiern wir nicht nur Nanas Geburtstag, sondern verloben uns auch - nach über 33.000 gemeinsam gesegelten Seemeilen und drei Äquatorübergängen.

Das muss gefeiert werden!








27./28. September: Eingeweht in Mosselbaai

Vor uns liegt als nächste Etappe die Umrundung des Kap Agulha, der südlichsten Spitze von Afrika, und des Kap der Guten Hoffnung kurz vor Kapstadt. Dafür brauchen wir anderes Wetter, als wir momentan haben: draußen auf dem Meer weht es aus Südwesten mit weit über 50 Knoten und Radio Kapstadt warnt vor Wellen von bis zu 9 m Höhe. Da warten wir lieber noch ein wenig.








26. September: Garden Route und Knysna

Unser Freund Joseph aus Port Elizabeth ist zeitgleich mit uns in Mosselbaai und lädt uns ein, gemeinsam eine Fahrt ins Inland und entlang der Gartenroute zu unternehmen. So erleben wir auch die Höhenzüge, Täler, Pässe und Farmen landeseinwärts und sehen die Lagune von Knysna. An diesem einmaligen Naturhafen mussten wir leider vorbeisegeln, da nur passende Konstellationen von Wind, Wellen und Tidenstrom ein Einfahrt zulassen.








24./25. September: Mossel Bay

Am 24. September erreichen wir kurz vor Mitternacht die Mossel Bay. In diese Bucht ist Bartholomeu Dias 1488 nach seiner erfolgreichen Kapumrundung als erster Europäer eingelaufen. Sein damaliger Empfang war sicherlich anders als der unsrige:
ein kleiner Rettungskreuzer führte gerade nächtliche Übungen durch und begleitete uns mit Blaulicht und starken Suchscheinwerfern in den Hafen. Dort warteten schon helfende Hände, um unsere Leinen entgegen zu nehmen. Wieder ein sehr schönes Willkommen. Die Überfahrt war insgesamt okay, aber recht kalt. Wir mussten gegen den Wind anfahren, was für uns bedeutet, dass wir den Autopiloten nicht benutzen können. Wenn wir selber steuern, können wir zehn Grad näher an den Wind heranfahren, was beim Kreuzen gegen den Wind schnell viele Seemeilen und Stunden ausmacht.

Der Ort Mosselbaai gefällt uns auf Anhieb und besonders die schöne Felsküste ist beeindruckend.







17.-22. September: Zwischenstopp in Port Elizabeth

Die nächste Etappe entlang der "shipwreck coast" nach Port Elizabeth verläuft leider auch nicht wie erhofft. Der angesagte Ostwind hält nur wenige Stunden an, um dann wieder dem Südwester das Feld bzw. Meer zu überlassen. Unsere Miepke kreuzt tapfer gegenan und wird hier und da zum Glück vom Strom etwas angeschoben. Den Plan, an Port Elizabeth vorbei gleich einige Buchten weiter zu fahren, müssen wir verwerfen. Wir sind froh, am 17. September mit dem letzten Tageslicht in den großen Hafen einzulaufen und beim Yachtclub an den Steg
zu gehen. Auch hier müssen wir wieder ein länger anhaltendes Tiefdruckgebiet durchziehen lassen. Wir besuchen das Stadtzentrum von Port Elizabeth und bekommen eine exklusive Führung durch das neue WM-Stadion und die dortigen VIP-Bereiche.

Im Segelclub
lernen wir weitere herzliche und begeisterte Südafrikaner kennen. Sie nehmen uns kurzerhand mit auf eine Tagestour entlang der malerischen Küste und auf die Gipfel der Berge bei Port Elizabeth.











13. September: Die Wild Coast entlang nach East London

Die Fahrt von Durban nach East London führt über 250 Seemeilen an der sogenannten Wild Coast entlang. Eine harsche und ungastliche Küste, die auf ihrer ganzen Länge nicht eine einzige schützende Bucht liefert. Dabei sind gerade auf dieser Etappe Fluchtmöglichkeiten bitter nötig, da der starke Agulhastrom gegen die vorherrschenden Südwestwinde setzt und so die gefürchteten Monsterseen verursacht, die schon Hunderten von Schiffen vor Südafrika zum Verhängnis geworden sind. Manche Segler warten viele Wochen in Durban auf eine passende Lücke zwischen den fortwährenden Kaltfronten, um den Abschnitt zu bewältigen. Wir versuchen unser Glück nach dem Durchgang einer ausgeprägten Front und laufen nachmittags aus dem großen Industriehafen von Durban aus. Ob der Zeitpunkt gut gewählt ist, können wir nicht sagen. Auf jeden Fall fahren wir in dieser Nacht prompt in eine neue Front hinein, die uns Winde von 6-7 Bf direkt auf die Nase beschert. Wegen der dichten Bewölkung ist die Nacht rabenschwarz und wir erkennen die anlaufenden Brecher immer erst, wenn unsere Buglaterne plötzlich unter Wasser leuchtet. Wir kreuzen mühsam mit Schleichfahrt gegen das rauhe Wetter an und sind froh, die Wellen nicht in ihrer vollen Höhe sehen zu können. In dieser Nacht werden wir derart gebeutelt, dass wir sogar die Dreifarben-Laterne in unserer Mastspitze verlieren.

Am Folgetag beruhigt sich die See bei leichtem Ostwind und wir kommen gut voran. Fünfzig Seemeilen vor unserem Etappenziel trifft uns dann die nächste Kaltfront, diesmal zum Glück weniger heftig. Unsere Erleichterung ist groß, als wir in den Schutz der gewaltigen Hafenmole von East London einlaufen und ein Stück den Buffalo River hinauffahren.

Unser Empfang im lokalen Yachtclub ist überaus herzlich. Wir sind das erste Segelschiff der Saison, das die schwierige Umrundung des Südlichen Afrikas angeht. So werden wir Ehrengäste der diesjährigen Club-Regatta zur Saisoneröffnung und segeln auf einer L26, der Bootsklasse des traditionellen Lipton Cups, mit.






15. August - 4. September: 6000 km durch das südliche Afrika!

Was haben wir für ein Glück! Unsere Freunde in Durban haben gerade für die Zeit unseres Aufenthaltes in ihrer Stadt eine lange Reise nach Namibia geplant und laden uns kurzerhand ein, mitzufahren. Wir laden Zelt und Schlafsäcke in ihren Geländewagen und es geht los in Richtung Botswana. Andreas schiebt noch einen kurzen Abstecher nach Deutschland ein, um bei der Geburtstagsfeier seines Vaters mit dabei zu sein. Er stößt auf seinem Rückweg in Walvis Bay an der Atlantikküste dazu.

Insgesamt
geht die Rundreise von Durban aus nach Botswana, Namibia, Western Cape und Free State zurück nach KwaZulu-Natal. Über 6000 km fährt Peter uns durch die phantastische Landschaft des südlichen Afrikas. Wir sammeln unvorstellbar viele Eindrücke. Wir überlassen es den Bilder, von dieser Reise zu erzählen:

Botswana



Windhoek



Brandberg



Swakopmund


Agama River





Sossusvlei





Lüderitz






Kollmannskuppe




Keetmanshoop



Fish River Canyon





Orange River



Springbok


Südliche Kalahari




Drakensberge







14. August: Das Leben in Durban

Zu dritt verbringen wir sowohl spannende als auch arbeitsreiche Tage in Durban. Die Metropole mit ihrer bunt gemischten Bevölkerung bietet einen guten Einstieg in das südafrikanische Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Märkte mit asiatischem Flair, Bürobauten, Galerien, Industriehafen, Strand, Hotels und Kasinos liegen dicht beieinander.

In unserem Rudersystem müssen wir drei Lager erneuern, die sich durch den jahrelangen Salzwasserangriff buchstäblich in Staub aufgelöst haben. Wir müssen alles zerlegen und benötigen für das Abziehen eines Lagers sogar eine zehn-Tonnen Presse. Über fünf Tage arbeiten wir an Bord und in mechanischen Werkstätten, bis alle Teile passend gedreht und wieder montiert sind. Danach nehmen wir die Reparatur der kaputten Rollfockanlage, das zerrissene Bimini, das neue Vorsegel, die gebrochenen Wanten und die unzähligen weiteren Kleinigkeiten in Angriff.

Nicole erstellt ihre Hausarbeit in Landschaftsarchitektur und gemeinsam besuchen wir das moderne Stadion von Durban, das von den deutschen Architekten GMP entwickelt wurde, bei denen Nicole ihr Praktikum absolviert hat.




 




7./8. August: Auf Safari ins Zululand!

Von Durban aus nehmen uns Freunde mit auf eine spannende Fahrt durch den Landesteil KwaZulu-Natal zu zwei Nationalparks im Norden. Als erstes unternehmen wir eine Flussfahrt im St. Lucia Wetpark und beobachten Flusspferde, Krokodile, Adler und Eisvögel in der weitläufigen Brackwasserlandschaft. Unser Naturparkführer spricht nicht nur Zulu sondern ebensogut Deutsch und beantwortet uns jede Frage zu dem vielfältigen Tierleben in Südafrika.

Anschließend fahren wir zwei Tage lang im 4x4 kreuz und quer durch den Hluhluwe-iMfolozi-Park. Die vielen, großen Tier Afrikas sind nicht schwer auszumachen, halten sie sich doch häufig nahe an oder sogar auf der Autopiste auf und lassen sich von uns nicht stören. Besonders die gewaltigen Breitmaul-Nashörner schlafen bevorzugt im Stehen mitten auf dem Weg. Da hilft nur Geduld oder Umkehren. Die gutmütigen Riesen haben genug Masse, um ein Auto über den Haufen zu rennen. Ihre ebenfalls großen und grauen Nachbarn, die Elefanten, zählen wir auf über Hundert Tiere, die im Gänsemarsch über die Hügel zum Fluss ziehen. In der Herde befinden sich viele Jungtiere, die um ihre Mütter herumspielen. Wir beobachten die Elefanten beim Ziehen, Grasen und an der Tränke. Es ist ein großartiges Erlebnis, diese Kolosse in solcher Anzahl in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen.

Und zum Bild von Afrika fehlen natürlich auch die Giraffen, Zebras, Büffel, Antilopen und vielen anderen charakteristischen Tiere nicht. Die Affen begrüßen uns schon kurz nach Sonnenaufgang, als wir auf der Veranda im Hilltop Lodge unseren Frühstückstisch decken und damit für großes Interesse dieser nahen Verwandten sorgen.













4.-23. Juli
: Der lange Weg rund Madagaskar

Der direkte Weg von Reunion nach Durban in Südafrika beträgt ca. 1400 Meilen. Er führt an der Südspitze von Madagaskar vorbei, nutzt den mitlaufenden Äquatorialstrom und kreuzt den quer setzenden Mosambikstrom kurz vor Durban. Aber gerade diese Ströme machen diese Route im Südsommer schwierig und im Winter nahezu unmöglich. Die schnell ziehenden Tiefdruckgebiete im Süden schieben ihre Kaltfronten und häufig stürmischen Winde gegen diese starken Meeresströme und verursachen so gewaltige Wellen. Die Seen vor der Küste von Südafrika sind legendär und haben schon viele Schiffe zum Kentern und Auseinanderbrechen gebracht - nicht nur kleine segelnde Nussschalen. Da wir unserem Boot bereits auf der Fahrt von Thailand nach Mauritius viel zugemutet haben, wollen wir versuchen, diesem Risiko auszuweichen. Der Umweg rund Madagaskar und durch die Mosambikstraße scheint uns sicherer, wenn auch 800 Seemeilen länger.

Ursprünglich hoffen wir darauf, bei der Gelegenheit Madagaskar zu besuchen, indem wir die Bucht von Diego Suarez im Norden und später die Insel Nosy-Be auf der Nordwestseite anlaufen. Leider wäre jeder Landgang damit verbunden, bei Ein- und Auslaufen jeweils bis zu fünf unabhängige Behörden aufsuchen zu müssen, die alle ihre Formulare ausgefüllt und zum Teil willkürliche "Gebühren" bezahlt haben wollen. Würden wir mehr Zeit für Madagaskar haben, hätten wir das auf uns genommen, aber für einen kurzen Besuch von wenigen Tagen lohnt es sich für uns nicht.

Die Umrundung von Madagaskar wird eine abwechslungsreiche Reise. Mit kräftigem Rückenwind rauschen wir die Ostküste hinauf. Vor der Kulisse der wilden Küste Madagaskars surfen wir die Wellen hinab. Kaum um die nördliche Spitze herum segeln wir in den Schutz der Leeseite von Madagaskar hinein. Hierher folgen uns die hohen Seen des Indischen Ozeans nicht mehr und auch der steife Passat weht hier nur noch als laues Lüftchen. Es folgen ruhige und schöne Segeltage, die zum Glück auch von keinen Piraten gestört werden, die bis vor Kurzem hier noch rege ihr Unwesen getrieben haben. Phantastische Sonnenuntergänge und ruhiges Bordleben.

Je weiter wir erneut nach Süden entlang der Küste von Mosambik segeln, desto unbequemer wird die Fahrt wieder. Der Wind bläst konsequent von vorne und wir segeln die letzten Tausend Meilen fast ununterbrochen hoch am Wind. Umso schlimmer, dass wir ohne unsere Genua - unser wichtigstes Vorsegel - und mit nur provisorisch geflicktem zweiten Vorstag die lange Tour durchstehen müssen.

Auf halber Strecke von Beira nach Maputo erwischt uns die erste Kaltfront und gibt uns einen Vorgeschmack auf das Segeln rund Südafrika. Die Wellen sind nicht besonders hoch, aber sehr steil. Der Bug schlägt mit lautem Krachen auf und es geht jedes Mal ein Schlag durch Mast und Wanten. Kein Wunder, dass andauernd die eigentlich stark dimensionierten Stahldrähte brechen. Nach Tagen des Wellenspringens ist unser Boot mit einer dicken Salzkruste überzogen. Die Leinen sind so rauh und steif geworden, dass wir aus ihnen Figuren formen können.

An den schützenden Ankerplätzen rund Maputo segeln wir nachts vorbei, nur um etwas weiter südlich in die nächste Kaltfront zu geraten. Ein weiterer Tag Karussellfahrt steht an. Aber danach können wir Kurs auf Richards Bay entlang der Küste von Südafrika absetzen. Mit Blick auf die hohen Sanddünen der Küste und geschoben von den Anfängen des Agulha-Stroms gleiten wir nach Süden. Um uns herum tollen Hunderte von Walen, die sich zur Paarungszeit hier versammelt haben. Einige kommen nahe zu uns und vollführen wilde Sprünge. Mehr als einmal befürchten wir einen Zusammenprall.

Die letzte Nacht vor Durban bringt zum Abschluss noch einmal Rückenwind. Allerdings prompt mit Sturmstärke. Unser Steuer gibt seit Tagen laute, beängstigende Geräusche von sich, die sich sehr nach Lagerschaden anhören. Damit es uns nicht auf hoher See im Stich lässt, steuern wir die letzten drei Tage ausschließlich per Hand. Entsprechend müde sind wir bei Ankunft in Durban, früh morgens mit den ersten Sonnenstahlen am 23. Juli.











30. Juni - 4. Juli: Reunion

Auf Mauritius folgt nach nur wenig mehr als 100 Seemeilen das nächste Highlight des Indischen Ozeans: Reunion. Mit dem letzten Tageslicht segeln wir die Nordküste entlang und lassen uns von den Richtfeuern bei Dunkelheit sicher in den Port Ouest leiten. Bis zum Liegeplatz fährt man um so viele enge Ecken herum, dass sich mit Sicherheit keine Welle dorthin verirren kann. Entsprechend liegt unser Boot so ruhig wie eingegraben

Am folgenden Morgen werden wir vom Hafenmesiter herzlich begrüßt und gleich mit vielen Tipps für die Erkundung der Insel ausgestattet. Wir mieten uns ein kleines Auto und mühen es die steilen Hänge zum Inselinneren herauf. Dort überrascht uns nicht nur eine phantastische Fernsicht über das Meer, sondern der Blick in die tiefen Täler und auf die hohen Gipfel der Insel. Eine derart schroffe und zerklüftete Landschaft haben wir nicht erwartet. Bei unserer Umrundung fahren wir auch über die "Lavastraße" auf der SÜdostseite der Insel. Ein aktiver Vulkan speist regelmäßig einen breiten Lavastrom, der eindrucksvoll den Berg herab zum Meer fließt. Die Straße über diesen Strom muss alle paar Jahre erneuert werden und führt mitten durch diese Mondlandschaft. 

Reunion ist eine Insel zum Verlieben! Wir bleiben leider nur vier Tage, wissen aber bereits jetzt, dass wir hierher wieder zurückkehren werden.







23.-29. Juni: Auf Mauritius

Mauritius gefällt uns auf Anhieb sehr gut. Die Menschen sind offen und überaus freundlich. Die Bevölkerung ist eine bunte Mischung verschiedenster Kulturen: indisch, afrikanisch, chinesisch, europäisch, ... Es gibt viel zu sehen und zu erleben.

Unser erster Landgang nach 27 Tagen auf See führt uns gleich in ein Restaurant an der Hafenpromenade, um deftige Steaks zu bestellen. Der Kellner seufzt tief, als er unsere Bestellung hört und sagt uns dann zu unserem Erstaunen, dass wir lieber das viel billigere Hühnchen bestellen sollen. "The cow is from India" ist seine kurze Begründung. Wir schauen uns verdutzt an und haben beide das Bild der alten, halbverhungerten Kuh vor Augen, die auf einer Verkehrsinsel in Delhi ihre letzten Tage fristet ... Das Hühnchen schmeckt letztendlich sehr gut.

Nach einer intensiven Woche in diesem Inselparadies haben wir uns rundum erholt, die schlimmsten Schäden am Boot behoben, kräftig mit den Hafennachbarn gefeiert, traumhafte Strände gefunden, den Nationalpark im Inselinneren besucht und einen Einheimischen vor dem Ertrinken gerettet. Jetzt kann es weitergehen nach Reunion!







26. Mai.-22. Juni: Quer durch den Indischen Ozean

In den letzten Wochen haben wir viel Stoff für Seemansgarn gesammelt. In 27 Tagen sind wir von Thailand rund Sumatra bis Mauritius einmal quer durch den Indischen Ozean gesegelt. Es war eine vergleichsweise schnelle, aber ruppige Überfahrt. Wir haben unterwegs vieles gesehen, was für Käpt'n Blaubär-Geschichten taugt. In der Straße von Malakka gerieten wir in Felder von Stromwirbeln, wie wir sie noch nie erlebt hatten. Von einer Sekunde zu anderen - ohne erkenntlichen Grund - kochte das Wasser um das Boot herum und die Wellen schlugen aus verschiedenen Richtungen gegeneinander. Als ob jemand einen riesigen Tauchsieder ins Meer halten würde.

An der Nordspitze von Sumatra nahmen wir eine Abkürzung durch die vorgelagerten Inseln und wurden prompt von einer starken Strömung erfasst, die uns buchstäblich in den Indischen Ozean hineinwarf. Zusammen mit dem entgegengesetzten Ozeanschwell bildeten sich derart hohe und steile Wellen, dass wir trotz voller Motorfahrt mehrmals rückwärts von den Kämmen heruntergeschoben wurden.

Die vielen Segeltage im Indischen Ozean waren eher eintönig und überwiegend sehr unruhig. Die erneute Äquatorüberquerung brachte die üblichen Unwetter und drehenden Winde mit sich. Auf der Südhalbkugel meinte es Neptun etwas zu gut mit uns und schickte uns einen stürmischen Passatwind, der uns tagelang vor sich herjagte. Der Preis für die schnelle Fahrt war entsprechend hoch: das Vorsegel in Fetzen, ein Vorstag und eine Want gebrochen und die Crew stark gebeutelt. Letztendlich hatten wir nur noch die kleine Sturmfock frei fliegend wir ein Spinnaker gesetzt und flogen trotzdem gen Westen. Die Wellen waren vielleicht nicht haushoch, aber nach mehrmaligem Erzählen werden sie es sicher gewesen sein. Die brechenden Wellenkämme setzen uns sehr zu, wenn sie mit Macht gegen die Bordwand und auf das Deck schlugen.

Umso größer war unsere Erleichterung, als wir bei Morgengrauen des 27. Tages die Spitze von Mauritius umrundeten und die geschützte Leeseite der großen Insel nach Port Louis hinabsegelten. Eine weitere lange und schwierige Etappe liegt hinter uns.










13.-23. Mai: Phuket
Unsere Zeit auf Phuket hatten wir eigentlich mit dem Entdecken von Land und Leuten verbringen wollen. Aber die meiste Zeit nimmt das Lösen von Problemen in Anspruch. Da wir die lockere Anode beheben müssen, steuern wir direkt die etwas flussaufwärts gelegene Marina Boat Lagoon an. An dem geschützten Liegeplatz inspizieren wir eingehend unser Schiff und entdecken auch eine angerissene Want sowie eine gebrochene Halteplatte, die diese Want im Mast verankert. Die Want lassen wir neu anfertigen und die Platte richtet ein geschickter Schweißer in wenigen Minuten wieder her. Nur der Ein- und Ausbau in luftiger Höhe ist schweißtreibend.

In der benachbarten Royal Phuket Marina erhalten wir einen Krantermin, um die Anode neu zu befestigen. Keine Viertelstunde benötigen wir dafür, da wir darin leider schon geübt sind. Während Miepke im Kran hängt rütteln wir auch kräftig am Ruder und müssen feststellen, dass das Spiel des unteren Lagers etwas zugenommen hat. Kurzerhand beschließen wir, das Schiff wieder aufs Land zu stellen und das Ruder auszubauen. Mit dem schweren, großen Ruder laufen wir in den nächsten Tagen von Pontius zu Pilatus, ohne dass jemand uns eine verlässliche Lösung anbieten kann. Am Ende glätten und erweitern wir den Ruderschaft in mehreren Anläufen mit Epoxy selber und sind nicht wenig erleichtert, als er wieder ohne Spiel in seinen Lagern verschwindet. Auch ein neues Vorstag gönnen wir uns, da wir zwischen hier und Hamburg noch häufig gegen viel Wind und Welle anlaufen müssen.

Um von Phuket mehr Erinnerungen als nur an Werftarbeiten mitzunehmen, besuchen wir zwei Tage lang an der Westküste die Orte Surin und Patong. Etwas Abstand zum Boot tut uns gut und wir genießen die Nächte in weichen Betten und mit Klimaanlage.

Passend zu unserem letzten Abend veranstaltet das Team der Marina einen Grillabend. Einen besseren Start für die vor uns liegenden Etappen kann man sich nicht wünschen.









12. Mai: Die Inselwelt von Thailand

Auf dem Weg nach Phuket besuchen wir vier thailändische Inseln und bekommen so einen ersten Eindruck von unserem nächsten Reiseland. Besonders die exotische Insel Koh Muk beeindruckt uns mit ihrer wilden, malerischen Landschaft. Wir ankern zwischen zwei Felsmassiven unmittelbar vor der Brandung eines einsamen Sandstrandes. Hier lassen wir unser Schiff zurück und rudern mit dem Dinghi einige hundert Meter am Kliff entlang zu dem Eingang einer versteckt liegenden Wasserhöhle. Unser erster Versuch scheitert an dem noch zu hohen Wasserstand. Aber einige Stunden später gelingt es uns bei Niedrigwasser, mit dem Schlauchboot in die Höhle hineinzufahren. Nach rund achtzig Metern Dunkelheit und lautem Widerhall der Brandung an Wänden und Decke führt die Höhle zu einer einsamen Lagune, die ringsum von hohen Felsen und tropischem Wald umschlossen wird. Das perfekte Piratennest.

Zurück am Schiff nehmen wir vor der Weiterfahrt noch ein kurzes Bad und entdecken das Unmögliche: die Anode an unserem neuen Antrieb, die von Volvo selbst angebracht wurde ... ist LOCKER! Hätten wir es nicht entdeckt, hätte die lose Anode den Propeller und/oder die Welle zerstört. Vom Zauber der Inseln zurück in die Realität. Wir können unseren Motor wieder vergessen und müssen uns irgendwie durch Flauten und Gewitter nach Phuket durchkämpfen.








9. Mai: Auf nach Thailand

Es geht weiter. Bis zur Bucht Ao Chalong, unserem ersten Anlaufpunkt in Thailand, sind es 120 Seemeilen.



2. - 8. Mai: Miepke wieder im Trockendock

Am 2. Mai kranen wir aus. Unser Unterwasserschiff ist zu unserer großen Enttäuschung trotz des frischen Anstriches mit Antifouling bereits stark mit Muscheln bewachsen. Kaum abgestellt und abgestützt, beginnen wir mit der Verschiebung des Motors, um das defekte Getriebe ausbauen zu können. Mehrere Tage lang werkeln wir im Maschinenraum, bis der neue Antrieb eingesetzt und der Motor wieder an seinem Platz ist. Zusätzlich wienert Nana die Bordwand und poliert sie auf Hochglanz. Als Miepke wieder ins Wasser gesetzt wird, strahlt sie, wie nie zuvor. Das neue Getriebe arbeitet einwandfrei und macht kein Wasser. Einziger Wermutstropfen: die Drehrichtung des neuen Getriebes ist verkehrt! Bei Einlegen des Vorwärtsganges fahren wir rückwärts. Aber dafür werden wir später eine Lösung finden.





 



27. April - 1. Mai: Geburtstag auf Rebak

Von Kuah aus geht es um Langkawi herum zu der kleinen Insel Rebak. Auf Rebak befindet sich nicht nur eine luxuriöse Hotelanlage, sondern auch ein sehr geschützter Hafen mit den weit und breit besten Einrichtungen zum Auskranen einer Segelyacht.

Die idyllische Insel bietet die perfekte Kulisse für eine großartige Geburtstagsfeier! Wie immer ist Birgit und Walter kein Weg zu weit, um den gemeinsamen Geburtstag von Walter und Andreas zu feiern. Montevideo, Osterinsel, und nun Malaysia. Gemeinsam verbringen wir schöne Tage, für die wir den beiden sehr dankbar sind.

Besonders hat sich Andreas über die Glückwunschkarte von Stratley gefreut. Da wir hier auf der abgelegenen Insel kaum Emails verschicken können, auf diesem Wege ein Dankeschön an alle, die am 29. April an uns gedacht und in Gedanken mitgefeiert haben!



 



25. April: Ankunft auf Langkawi

Erleichtert erreichen wir morgens die vorgelagerten Felsen und Inselchen auf der Südseite der großen Insel Langkawi. Die Landschaft erinnert uns sehr an die Rock Islands von Palau. Nur noch wenige Seemeilen trennen uns von dem Ort Kuah, wo wir im Royal Langkawi Yacht Club festmachen. Wie nach jeder Überfahrt kümmern wir uns zunächst um das Aufklaren von unserem Schiff, dass uns so gut wieder einer Etappe weiter gebracht hat. Anschließend geht es zu den Behörden im nahe gelegenen Fährterminal, um den Papierkram zu erledigen. Danach feiern wir unsere Ankunft in der Bar des Clubs stilecht mit Burgern und frisch gezapftem Bier. 

Am Folgetag fahren wir zum Flughafen, wo uns ein großes, 34 Kg schweres Paket erwartet. Glücklich nehmen wir das zwar ebenfalls schon gebrauchte, aber von Volvo aufgearbeitete Getriebe entgegen. Insgesamt haben wir unseren Motor nur für einen Bruchteil der zurückgelegten Strecke eingesetzt - aber trotzdem frisst er weitaus mehr Zeit und Geld als jegliche andere Ausrüstung auf unserem Schiff. Manchmal erwägen wir, den Motor auszubauen und nur noch unter Segeln in Häfen und an Ankerplätzen zu manövrieren. Aber die Sicherheitsbedenken setzen sich immer wieder durch.

 


19.-24. April: Durch die Straße von Malakka nach Langkawi

Von Sebana Cove aus wollen wir an einem Tag Singapur umfahren und in die Straße von Malakka einlaufen. So sparen wir uns das Ein- und Ausklarieren in Singapur. Wir wählen die Route durch das riesige Ankerfeld entlang des Containerhafens, um dem Verkehr und dem mittlerweile ruppigen Südwest-Wind entlang der Hauptverkehrsstraße auszuweichen. Das gibt uns zusätzlich noch die Gelegenheit, einige Aufnahmen von der Skyline zu machen. Letzteres gefiel der Küstenwache von Singapur überhaupt nicht. Ein Schnellboot brachte uns auf und kassierte erst einmal unsere Pässe und Bootspapiere ein. Danach wurde unsere Kamera untersucht, da es der Besatzung des Patrouillenbootes nicht verständlich war, dass durchreisende Segler lediglich Erinnerungsphotos von der Stadt aufnehmen. Anschließend sollen wir noch zur Einklarierung gezwungen werden. Aber da das nicht nur unseren Zeitplänen, sondern auch internationalem Recht zuwider laufen würde, weigern wir uns. Wir verständigen uns auf die Rückgabe unserer Papiere und auf eine Eskorte des Schnellbootes, das uns aus den Gewässern von Singapur heraus begleitet. Dafür müssen wir leider die gefährlichere Hauptroute wählen

Die Weiterfahrt durch die Straße von Malakka ist kein Spaß. Wind gibt es so gut wie keinen, dafür aber jede Nacht schwere Gewitterschauer mit heftigen Blitzen. Wir verstauen die wichtigsten elektronischen Geräte unserer Notfallausrüstung im Backofen. Ein Blitzschlag wird unweigerlich unsere gesamte Elektronik zerstören - egal ob angeschlossen oder nicht.

Um der Gewittergefahr schnell zu entkommen, legen wir keine Zwischenstopps ein und nutzen den Motor ungeachtet der nur provisorischen Reparatur intensiv. In einer Nacht blockiert prompt wieder das Getriebe und wir befürchten, dass es entgültig zerstört sei. Aber ein kurzer Tauchgang am frühen Morgen zeigt eine Leine in der Schraube, die sich mit wenigen Handgriffen entfernen lässt. Jetzt wollen wir nur noch in Langkawi ankommen!



 


16.-18. April: Singapur

Wir lassen uns vom Trubel der Metropole mitreißen. Bereits der Kulissenwechsel vom einsamen, palmengesäumten Resort zum lebhaften, riesigen Flughafen Changi ist atemberaubend. Von hier aus geht es mit der Metro quer durch die Stadt zu unseren Freunden im Republic of Singapore Yacht Club. Zusammen mit Eli und Jahn erkunden wir Singapur. Die beiden lebten vor fünfzehn Jahren hier und beschreiben uns die enormen Veränderungen der Zwischenzeit. Die Skyline wird durch die Neubauten der letzten Jahre dominiert. Die Seekarten müssen aufrgund der umfangreichen Landgewinnung jährlich neu gezeichnet werden. Am Fährterminal konnten wir mit eigenen Augen die Hundertschaften von LKWs sehen, die Boden für die Verfüllung neu eingedämmter Gebiete heranfahren.







15. April: Sebana Cove, Malaysia

Bereits hundert Kilometer vor Singapur ankern unzählige Frachter und Tanker im offenen Meer und warten auf ihre Ladezeiten im wohl geschäftigsten Hafen der Welt. Wir laufen in die Straße von Singapur ein und sind froh über die Unterstützung durch Radar und AIS. So können wir auch nachts unter Segeln unseren Weg durch die Fülle von Ankerliegern, Schleppern und Passagierschiffen bahnen.

Kurz vor der Hauptinsel von Singapur biegen wir nach Norden ab und fahren einen kleinen, verwinkelten Fluß hinauf, der uns zu einem abgelegenen, malayischen Ferienresort bringt. Die großzügige Anlage hat früher besere Zeiten erlebt, aber sie bietet unserem Schiff einen sicheren Liegeplatz. Wir packen unsere Rucksäcke für zwei Großstadttage und kaufen uns Fahrkarten für die nächste Fähre nach Singapur.




5.-14. April: von Brunei nach Singapur

Die Überfahrt nach Singapur verläuft unspektakulär. Das Chinesische Meer ist überwiegend ruhig und ermöglicht ein angenehmes Leben an Bord. Allerdings hat uns die lange Zwangspause in Brunei die entscheidenden letzten Tage des Nordost-Monsums gekostet. Wir befinden uns bereits in der Übergangszeit zum Südwest-Monsum, d.h. Flauten und Gewitter bestimmen das Segeln. Zum Glück bewährt sich das reparierte Getriebe und wir können unter Motor einige Meilen zurücklegen.





5. April: Es geht weiter ...

Aus Deutschland trifft ein neuer Zahnradsatz für unser Getriebe ein und nach einiger Schrauberei ist unser Schiff zumindest provisorisch wieder startklar. Der Motor steht wieder auf seinem Fundament und das Getriebe arbeitet bis auf einige Klick- und Klackgeräusche wieder normal.

Gestern haben wir aus Brunei ausklariert und uns von den neu gewonnenen Freunden mit einer Party verabschiedet.

Jetzt geht es weiter nach Singapur!



18.-29. März: Zeitvertreib in Brunei
Wir warten auf die Ersatzeile. Aber die Zeit wird uns zum Gück nicht lang, da wir ihm Royal Brunei Yacht Club herzlich aufgenommen werden und alle Einrichtungen nutzen dürfen. Wir gehen tauchen, segeln Katamaran, unternehmen Ausflüge im Flussdelta ...

Ein lokaler Segler stellt uns sein Auto für die Zeit unseres Aufenthaltes in Brunei zur Verfügung. Das gibt uns viel Flexibilität und wir besuchen die nahegelegene Haupstadt und den Regenwald im Inland. In Brunei ist der Regenwald in weiten Teilen noch im urspünglichen Zustand.

Brunei ist aufgrund seines Ölreichtums und der Allgegenwart des Sultanats ein interessantes Land voller Gegensätze.








13.-17. März: Kuala Lumpur

Da wir Nicole und Fabian nicht mit dem Schiff nach Singapur bringen können, buchen sie kurzfristig einen Flug von Borneo nach Kuala Lumpur, um von dort per Bahn nach Singapur weiterzureisen. Nana begleitet die beiden bis Kuala Lumpur und verbringt mit ihnen vier Tage in der Hauptstadt von Malaysia.







10. März: Miepke II geht in die Werft